Antarktis-Regionen: Australische Antarktis (Rossmeer, Rossbarriere, McMurdo-Sund, Kap Adare, Dumont d’Urville)

Der australische Teil des antarktischen Kontinents erstreckt sich von Westen nach Osten und umfasst dabei besonders schwer zu erreichende und daher selten besuchte Teil des geheimnisvollen sechsten Kontinents. 

So reicht das Rossmeer mit dem mächtigen Ross-Schelfeis von der Nord-bis zur Ostküste und als Meeresstraße namens McMurdo-Sund bis tief ins antarktische Viktorialand. Eine atemberaubende Landschaft gepaart mit einer typisch antarktischen Tierwelt offenbart diese Reise zu den Tiefen des antarktischen Kontinents, die auch historisch großen Wert hat, da sie zu Ausgangspunkten bedeutender Polarexpeditionen führt.

Highlights der Region

Besonderheiten der Region Australische Antarktis

Das Rossmeer ist ein Nebenmeer des Südpolarmeers und liegt als große Buch direkt vor dem antarktischen Festland. Der südliche Teil des Meeres ist von einer permanenten Eisschicht bedeckt, die als “Ross-Schelfeis” bezeichnet wird. Das Ross-Schelfeis ist ein richtiges Naturwunder. Die mächtige Eisdecke hat ungefähr die Größe von Frankreich und von ihren bis zu 50 Meter hohen Kanten brechen große Stücke in Form von Tafeleisbergen ab. Diese Kante wird auch als Rossbarriere bezeichnet. Benannt ist das Eis, genau wie auch die See, nach ihrem Entdecker James Clark Ross, der 1841 mit dem mächtigsten Eisplateau der gesamten Antarktis bekannt wurde. Die Landschaft entlang der Küste des Rossmeeres zeichnet sich darüber hinaus durch die riesigen Gletscher aus.

Als McMurdo Sund wird eine 460 m lange Meeresstraße zwischen der der Ross-Insel und der Ostküste des antarktischen Kontinents bezeichnet. Der McMurdo Sund ist Schnittpunkt zwischen der Ross-Insel, dem Rossmeer und dem Ross-Schelfeis. Direkt an diesem Sund liegt die gleichnamige amerikanische Forschungsstation sowie die neuseeländische Scotts-Base, die beide besucht werden können. Die McMurdo Forschungsstation ist die größte Station innerhalb der Antarktis und bietet Platz für bis zu 1200 Menschen. Selbst im Winter ist die Station, die aus 100 Gebäuden und einer eigenen Flugzeuglandebahn besteht, mit ca. 200 Menschen besetzt und gilt mit dem eigenen Erholungszentrum als einzige “Antarktische Großstadt”.

Das Kap Adare liegt nordwestlich am Eingang zum Rossmeer und bezeichnet eine eisfreie Landzunge und westliche Begrenzung des Rossmeeres. Das Kap ist besonders für seine gigantische Adeliepinguinkolonie bekannt, die bisweilen sowohl als die älteste als auch die größte der Welt gilt. Das Kap gilt als einer der wichtigsten Anlandestationen der Antarktis, die für viele spannende Expeditionen als Ausgangspunkt diente. So behauptet der Norweger Carsten Borchgrevink als erster dort die Antarktis betreten zu haben. Ebenfalls eignet sich die Region am Kap besonders gut zum Sichten der im Rossmeer lebenden Schwertwale. Landschaftlich zeichnet sich die Region rund um das Kap besonders durch die hohen, dunklen Klippen aus, die das Ende des massiven transantarktischen Gebirge markieren. 

Dumont d’Urville ist eine französische Forschungsstation, die nach dem berühmten Polarforscher Jules-Sebastien-Cesar Dumont d’Urville benannt wurde. Traurige Berühmtheit erlangte die Insel 1983 als für eine 1000 m lange Landebahn fünf umherliegende Inseln gesprengt wurden. Dieses Aktion kostete vielen Pinguinen das Leben, die heute glücklicherweise in Adelie-und Kaiserpinguinkolonien wieder in dieser Regionen vertreten sind.

Routenmöglichkeit

Australische Antarktis (Rossmeer, Rossbarriere, McMurdo-Sund, Kap Adare, Dumont d’Urville)

Die Reise beginnt am Hafen der südlichsten Stadt der Welt, in Ushuaia in Argentinien. Sie führt durch den Beagle-Kanal hin zur Drake-Passage, dem Tor zur Antarktis. Der Weg durch die Drake-Passage ist schon ein kleines Abenteuer für sich: Wale und eine Vielzahl verschiedener Vogelarten kann auf dem Weg erblickt werden, bis die riesigen Eisberge der Shetland-Inseln das Erreichen der Antarktischen Halbinsel ankündigt. In den nächsten Tagen kann die Antarktische Halbinsel erkundet werden und eine erstes Bekanntmachen mit dem König der Arktischen Tierwelt erfolgt: dem Pinguin. Über das Bellinghausen Meer geht es weiter Richtung Peter Island, eine der abgelegensten Inseln der Welt, die mit etwas Glück per Helikopter erreicht werden kann.

 

Die Route führt weiter Richtung Amundsensee, je nach Eisbedingungen können Robben, Walrosse, Pinguine und Wale erblickt werden. Die Route führt weiter Richtung Ross-Meer, wo das Naturphänomen “Ross-Schelfeis” gesichtet werden kann. Die abbrechenden Tafeleisberge des Ross-Schelfeis und die antarktische Tierwelt machen diese Region zu einem wahren Höhepunkt der Reise. Im Rossmeer können verschiedene Orte wie die Ross-Island oder Cape Royds mit Ernest Shackletons Hütte besichtigen. Das Schiff fährt weiter entlang des Rossmeeres Richtung Norden bis hin zum historischen Kap Adare mit der riesigen Pinguinkolonie. Den Weg durch das Meereis des Rossmeeres passiert, geht es weiter durch das Südpolarmeer bis hin zur windigen Ballenyinsel. Den Polarkreis überquert gilt es nun einige subantarktische Inseln mit der faszinierenden Natur zu entdecken. Die Macquarie-Insel und die Campbell Insel mit einer atemberaubenden Vielzahl an Vögenn werden besucht. Nach einer Fahrt über den Südlichen Ozean endet die Reise in Neuseeland. 

Routenfacts

Schiffe in dieser Region

Gästezahl an Bord

Abfahrten mit zusätzlichen Adventure-Aktivitäten

Abfahrten mit englischsprachiger Reiseleitung

Abfahrten mit deutschsprachiger Reiseleitung

Reisetermine in der Region

Australische Antarktis – Rossmeer, Ross-Schelfeis & Expedition ans Ende der Welt

Eine Eiswand so hoch wie ein fünfstöckiges Haus, so breit wie Frankreich. Das Ross-Schelfeis ist nicht einfach eine Sehenswürdigkeit – es ist eine der letzten Naturerscheinungen, die Sprache vorübergehend überflüssig macht.

Die australische Antarktis gehört zu den am schwersten erreichbaren Regionen unseres Planeten – und zu den eindrucksvollsten. Rossmeer, Ross-Schelfeis, McMurdo-Sund, Kap Adare, Dumont d’Urville: Namen, die in der Geschichte der Polarforschung wie kaum andere für Wagnis und Entdeckung stehen. Nur wenige Expeditionen führen hierher. Wer diese Route wählt, wählt nicht den bekannten Antarktis-Klassiker der Halbinsel – sondern die Antarktis in ihrer ursprünglichsten, abgeschiedensten Form. Mit 31 bis 34 Reisetagen ist dies eine der intensivsten und exklusivsten Expeditionen, die wir anbieten. Wir kennen diese Region aus eigener Anschauung und beraten Sie gern persönlich.

Das Rossmeer und das Ross-Schelfeis – die größte Eisstruktur der Erde

Das Rossmeer liegt als gewaltige Bucht vor dem antarktischen Festland und bildet das Herzstück dieser Region. Seinen südlichen Abschluss bildet das Ross-Schelfeis – eine permanente Eisplatte, die in ihrer Ausdehnung Frankreich entspricht und an ihrer Kante, der sogenannten Rossbarriere, bis zu 50 Meter senkrecht aus dem Meer aufsteigt.

Benannt nach dem britischen Entdecker James Clark Ross, der 1841 als erster Mensch auf dieses Eisplateau traf und es schlicht als unmöglich zu überquerende Barriere beschrieb. Die Tafeleisberge, die regelmäßig von der Rossbarriere abbrechen, prägen das Bild des gesamten südlichen Ozeans – einige von ihnen sind größer als Belgien.

James Clark Ross nannte es eine Barriere: eine Eismauer, die keine Passage erlaubt. 180 Jahre später fahren wir entlang ihrer Kante – und das Staunen ist dasselbe.

 

McMurdo-Sund – das wissenschaftliche Zentrum der Antarktis

Der McMurdo-Sund verbindet Rossmeer und Ross-Schelfeis mit dem antarktischen Festland. An seinen Ufern stehen die bedeutendsten Forschungsstationen des Kontinents – ein Ort, an dem sich Expeditionsgeschichte und Gegenwartswissenschaft unmittelbar überschneiden.

Station

Lage

Besonderheit

McMurdo-Station (USA)

Ross-Insel, McMurdo-Sund

Größte Station der Antarktis, bis zu 1.200 Personen im Sommer, eigene Landebahn

Scott Base (Neuseeland)

Ross-Insel, direkt neben McMurdo

Neuseeländische Forschungsstation, ganzjährig aktiv

Die McMurdo-Station der USA ist die größte permanente Basis der Antarktis. Sie bietet Platz für bis zu 1.200 Menschen im Sommer und verfügt über eine eigene Landebahn. Selbst im Winter – wenn die Temperaturen auf Extremwerte fallen – bleiben rund 200 Wissenschaftler vor Ort.

In unmittelbarer Nähe liegt die neuseeländische Scott Base, benannt nach Robert Falcon Scott, dessen historisches Cape-Royds-Hütte aus der Saison 1907/08 bis heute erhalten ist und auf ausgewählten Expeditionen besucht werden kann.

Beste Reisezeit für eine Rossmeer-Expedition

Das Wetterfenster für Expeditionen ins Rossmeer ist eng: von November bis Februar öffnet sich das Meereis so weit, dass eine Durchfahrt möglich wird. Jeder Monat in dieser Saison hat seinen eigenen Charakter.

Monat

Eisbedingungen

Tierwelt

Empfehlung

November

Eis zieht sich zurück

Erste Pinguine brüten, Robben

Beste Eispassage möglich

Dezember

Mittlerer Sommer

Weddellrobben, Adéliepinguine und Südpolar-Skuas

Ross-Schelfeis gut erreichbar

Januar

Maximale Eisfreiheit

Volle Tiervielfalt

Günstigster Zeitraum gesamt

Februar

Spätsommer

Jungpinguine sichtbar

Rückzug beginnt

Für wen ist eine Rossmeer-Expedition die richtige Wahl?

Diese Route ist nicht der Einstieg in die Antarktis. Sie ist die Fortsetzung – für Reisende, die die Antarktische Halbinsel kennen und verstehen wollen, was jenseits davon liegt. Für Polarhistorie-Begeisterte, die Scotts und Shackletons Spuren dort folgen wollen, wo diese Männer tatsächlich standen. Für Naturfotografen, die Tafeleisberge und Adeliepinguin-Kolonien vor Felsklippen suchen, die kein Standardprogramm bietet.

Wer bereit ist, 31 bis 34 Tage auf dem südlichen Ozean zu verbringen, die Drake-Passage zweimal zu überqueren und auf fixe Landprogramme zu verzichten, bekommt dafür eine Expedition, die kaum jemand je erlebt hat – und die mit nichts anderem vergleichbar ist.

Fazit: Das Rossmeer ist die Antarktis, bevor die Antarktis zur Destination wurde

Wenige Orte auf dieser Erde sind so weit entfernt von allem, was wir kennen – geografisch, historisch und atmosphärisch. Das Rossmeer ist nicht das erste Ziel, das man wählt. Es ist das, worauf andere Antarktis-Expeditionen erst vorbereiten. Eine Reise hierher ist eine Entscheidung für das Unbekannte, für 31 bis 34 Tage auf dem aufgewühltesten Ozean der Welt und für Bilder, die kein anderes Reiseziel liefern kann.

Wenn Sie wissen möchten, welches Schiff und welcher Termin für eine Rossmeer-Expedition zu Ihnen passt – sprechen Sie uns an.